The Shell in the Ghost

Das muss es wohl schon seit einer Weile geben: eine Minikamera, ungefähr so groß wie ein Bonbon, das man schlucken kann, um so Aufnahmen innerhalb des Körpers zu machen und Probleme erkennen zu können.
Schon spannend.

Das ist neu:

Forscher des Fraunhofer-Instituts für Biomedizinische Technik in Sankt Ingbert haben zusammen mit Given Imaging, dem Israelitischen Krankenhaus in Hamburg und dem Royal Imperial College in London eine Steuerung für die Kamerapillen entwickelt.

Das ganze ist simpler als man sich im ersten Moment vorstellt: man hat in die Kamerapille eine Art Magneten eingebaut, so dass man sie von außerhalb des Körpers steuern kann – die Pille folgt einfach dem äußeren Magneten.
Schon clever.

So und jetzt stelle ich mir einerseits vor, dass ich eine Maschine schlucke, einen Fremdkörper, der durch meinen Körper wandert und Aufnahmen davon macht. Etwas, das in mir drinnen ist und auch wieder raus muss. Weiter stelle ich mir nun vor, dass vor mir ein Arzt steht, der mit seiner Hand bestimmen kann, in welche Richtung dieses Ding unterwegs ist und bekämpfe nur mühsam meine Bedenken, dass sie irgendwohin gelangen könnte, wo sie nicht hin gehört. Ganz zu schweigen davon, dass es der Arzt nicht merkt, sie weiter in die Richtung zwingt und dabei etwas kaputt macht. Dass ich das alles merken und spüren könnte, daran denke ich jetzt erstmal gar nicht.
Schon gruselig.

Aber das ist nur der Anfang!? Ich meine, ich habe Fantasie, wielange wird es dauern, bis man einen völlig autonomen Kameraroboter erfindet, der selbstständig oder gesteuert agieren kann und das passende Format hat, nicht nur unbemerkt in den Körper zu kommen, sondern auch in Bereiche, von denen wir noch gar nicht wissen, wie wichtig sie sind. Wäre ich jetzt paranoid würde ich jetzt von RFID-Chips reden, die in den Körper gepflanzt werden und Daten sammeln, an die dann eines schönen Tages ein Miniroboter-Spion andockt und erstmal fröhlich alles downloadet, was es über mich zu wissen gibt.
Schon bedenklich.

Aber ach, alles Science-Fiction!
Genauso wie Pillenkameras – völliger Unsinn.



3 Antworten zu „The Shell in the Ghost“

  1. Avatar von Frank Gerhard
    Frank Gerhard

    Lach; Ghost in the Shell ist ein guter Film;)

    PillCams sind natuerlich KEIN Unsinn. Das beschriebene Produkt wird nur einmal verwendet. Die Untersuchung der Speiseroehre UND des Magens ist moeglich (bisher nicht). Speiseroehrenkrebs kann frueher erkannt werden (wenn die Magenklappe zur Speiseroehre nicht so richtig funktioniert wird sehr saurer Mageninhalt „aufgestossen“- nicht bekoemmlich.
    Bisher gingen solche Untersuchungen nur mit einem dicken Endoskop und unter Teil-oder Betaebung: Ergebniss-Patienten lieben Endoskope nicht sehr aber „watt mutt datt mutt“.
    Die Eigentests haben gezeigt, dass die Pillenkamera keine unangenehmen Wirkungen auf den Patienten haben.
    Da der Arzt LIVE die Bilder der Kamera sieht waehrend diese bewegt wird, wird er diese auch nicht in irgendeine „Ecke“ zwingen. Das geht schon aufgrund des Aufbaus des Verauungssystems (Speiseroehre, Magen, Darm) nicht.
    Die wirkende Kraefte sind klein, ein klassisches Endoskop kann da schon eher die Magenwand ankratzen ;).
    Und schlussendlich wandert die Pille natuerlich in die bekannte Entsorgung und kann nicht noch einmal verwendet werden (Hygiene, medizinische Zulassungsbestimungen).
    Die Miniaturisierung wird sicher weitergehen-das ist der Fortschritt. Verantwortungsbewusster Umgang damit ist eine Frage der Moral und Ethik in der Gesellschaft und da ist jeder gefordert.
    Etwa 700 000 Patienten haben sich bisher ueber die Pillenkamera gefreut (das bisherige Modell).

    Nicht ganz so aengstlich; was „man“ ueber sie wissen will, stellen Sie ja selbst im Blog dar und machen sich ganz allein etwas durchsichtiger ;)

    Bleiben Sie gesund

    beste Gruesse

    Frank

  2. Hallo Frank!

    Danke vielmals für die „Nutzererfahrungen“, ich habe selbst noch keine Untersuchung innerhalb meines Körpers vornehmen lassen müssen, kann mir aber sehr gut vorstellen, was für eine Erleichterung, eine so kleinformatige und (fast) autonome Gerätschaft sein muss.

    „Verantwortungsbewusster Umgang damit ist eine Frage der Moral und Ethik in der Gesellschaft und da ist jeder gefordert.“
    Vollkommen richtig und umso wichtiger, je weiter die Technik voran schreitet. Noch mögen Nanoroboter Science-Fiction sein, doch schon immer waren die Fantasien der Sci-Fi-Autoren für viele Forscher nicht nur Vision, sondern auch anzustrebendes Ziel. Es wird also noch kleiner, noch effektiver werden und mehr Aufgaben bewältigt werden können.
    Doch dazu muss man sich an Regeln halten.

    Was natürlich dumm von mir war, zu unterstellen: dass der behandelnde Arzt nicht weiß, was er tut ;) Und selbst wenn tatsächlich ein unvorhergesehenes Hinderniss auftauchen sollte, wissen wir nun, dass man mit dieser Technik weit weniger Schaden anrichten kann als z.B. mit einem Endoskop.

    Gruß, Mario

  3. Mario :)

    es gibt keine „dummen“ Fragen ;O)
    Wer hinterfragt gewinnt.
    Und Sci-Fi der 60er Jahre ist ja fast schon vollkommen ueberholt.

    Beste Gruesse, Frank

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