Get inspired by Art (GibA): Skulpturen, die nur den Bruchteil einer Sekunde existieren.
Ein kleines bisschen fotografisches Können und eine extrem simple Idee. Mehr braucht es nicht, um eine außergewöhnliche Fotoserie zu gestalten, merkt euch das. :)
Diese Woche liefern die Künstler Jeremy Floto und Cassandra Warner den Beweis ab, dass das möglich ist. Sie haben die Serie „Colourant“ angefertigt, für die sie Wasserfarben im Norden Nevadas fotografierten.


Ich mag die fotografische Idee sehr, weil sie mit so vielen Regeln bricht und dennoch ein tolles Ergebnis liefert: Es sind Landschaftsfotografien, die dreisterweise im Hochformat aufgenommen wurden und zusätzlich noch mit einem surrealistischen Vordergrundobjekt durchbrochen werden. Die „Wasserskulpturen“ sind auch nicht in ein paar Minuten am Rechner entstanden, sondern tatsächlich fotografiert worden. Etwas flüchtiges, das sich in Sekundenbruchteilen verändert, wurde so festgehalten und dazu noch benutzt, um eine Skulptur zu erschaffen, die weniger als einen Lidschlag existiert. Sehr faszinierend.


Fachlich wurde das ganze natürlich tadellos umgesetzt und auch das ist schön: praktisch jeder könnte das selbst machen, ist echt nicht schwer. Genutzt wurde eine Verschlusszeit von 1/3.500 Sekunde. Das ist gar nicht soo viel. Viele Kameras können das, meine eigene schafft sogar 1/8.000 Sekunde. Selbstverständlich braucht man noch massig viel Licht. Auf den Fotos sieht man auch, dass die Bilder an fast wolkenlosen Tagen um die Mittagszeit entstanden sind – eben, wenn das Maximum an Licht zur Verfügung steht.


Eine interessante Stimmung wäre vielleicht auch in der Dämmerung entstanden. Dann hätte man aber Speedlights gebraucht und der Look wäre Atmosphärischer – nicht so künstlich. Einen wichtigen Teil der Bildwirkung macht die Wahl des Hintergrunds aus, darauf will ich noch aufmerksam machen. Die Landschaften sind extrem minimalistisch und fallen in erster Linie nicht auf. Das steuert einen wesentlichen Beitrag zur künstlerischen Anmutung bei. Darüber hinaus ergänzen sich die gewählten Orte mit den Formen der Skulpturen.


Ist es eine gebogene, sich hinaufschwingende Figur, dann wurde sie auf einer flachen und gegensätzlichen Ebene platziert. Oder das Bild „purple field“: wir sehen etwas, das an eine lila Kornblume erinnert – in einem Feld. Exzellente Wahl und macht das ganze gleich harmonischer.
Was haltet ihr von den Bildern? Oder habt ihr schonmal sowas ausprobiert und Erfahrungen damit?
Copyright: Alle Bilder von Jeremy Floto und Cassandra Warner, www.flotowarner.com
Mehr!
- „Get inspired by Art“ und klickt hier.
- Ausgesuchtes von mir im mworkz.portfolio


Hinterlasse eine Antwort zu Marion Antwort abbrechen