Über das Thema habe ich mir schon seit Längerem Gedanken gemacht. Heute, wo ich ohnehin etwas darüber schreiben wollte, gibts ein paar Updates von wordpress.com, die genau in diese Kerbe schlagen und meine Meinung noch bestätigt.
Lassen wir die klassischen Medien mal außen vor und schauen wir uns Internetmedien an: ob Social Networking, Portfolioseiten, Magazine oder schlicht Firmenlogos – der Trend des Webdesigns geht zu klareren Formen, minimalistischem Design und abgespeckten Farbpaletten. Egal ob Retro, Grunge, Vintage oder Modern; der Stil wird einfacher und klarer.
Das kommt nicht von ungefähr; die Zeit, in der sich Programmierer, Homeworker, Möchtegern-Designer und Hobbygrafiker in Personalunion im Netz ausgetobt haben, ist langsam vorbei. Heute machen Profis den Job, die meistens auf eine Sache spezialisiert sind. So verschwinden überladene Seiten, aufwändige Flash-Explosionen und 50 GIF-Animationen auf einer Seite langsam aus dem Browser. Damit reagieren die Anbieter auf ein immer dringender werdendes Problem: die Informationsflut.
Wir müssen heutzutage im Netz schon ziemlich aufpassen, welche Infos wir konsumieren wollen und sie dementsprechend filtern. Landen wir auf einer Seite, die uns mit Grafiken, Animationen und knalligen Farben geradezu anspringt, dauert es bei vielen keine 30 Sekunden und sie sind schon wieder von der Seite verschwunden.
Informationen sind wichtig und die müssen klar und schnell präsentiert werden. So kommt es, dass Content immer deutlicher von beispielsweise Navigationselementen abgesetzt wird.
Das ist mir, wie gesagt, schon vor Längerem aufgefallen und in der aktuellen Überarbeitung des WordPress-Backends sehe ich das heute wieder bestätigt. Früher gab es dort zum Beispiel ein relativ aufwändiges blaues Design, doch in den letzten Jahren wurde die Oberfläche immer farbärmer und zurück haltender:
Das neue Menü an der linken Seite besteht nun nicht mehr aus einzelnen Kästen, sondern ist in einem farblich abgesetzten Balken zusammen gefasst. Dadurch erfasst man alle wichtigen Bereiche mit einem Blick und das Menü selbst spart Platz. Wo man sich gerade befindet, ist noch deutlicher als bisher abgesetzt und ist der Vorgabe geschuldet, mit dem Auge so schnell wie möglich erfassen zu können, wo ich gerade bin und was ich da machen kann.
Beim Erstellen von Artikeln geht es sogar noch weiter: da hat WordPress nun einen Modus integriert, der das Ablenkungsfreie Schreiben fördern soll. Auf Knopfdrück öffnet sich ein neuer Bildschirm im Vollbild, der nur die nötigsten Optionen bietet. Diese blenden sich nach ein paar Sekunden aus und der Autor hat nurmehr seinen Text vor sich. Nochmal ein Schritt in die Richtung des Fokussierens auf das Wesentliche, bzw. den Content.
GlassBlog
Diesen Blog hier habe ich ja schon vor einigen Wochen einer Frischzellenkur unterzogen. Auf meinem Desktop – ob Windows oder Ubuntu – mag ich es ja von jeher minimalistisch und auch im Glassblog bin ich diesen Weg seit den letzten drei verwendeten Themes gegangen. Das momentane Theme führt die Tradition fort: hauptsächlich helle Bereiche, klare Linien und wenig Bilder, die sich zusammen mit den Überschriften deutlich vom restlichen Design absetzen. Die Farbpalette der eigentlichen Seite besteht nur aus fünf Farben und statt bei jedem Beitrag ein Bild anzuzeigen (wie früher) fungiert nur noch ein einziges Artikelbild auf der Startseite als Eye-Catcher.
In Sachen Content habe ich die Seite ebenfalls abgespeckt: der Twitter-Stream flog raus, die Kategorien habe ich eingedampft und deutlicher benannt.
mworkz.net
Auch meine Homepage habe ich aktuell weiter angepasst. Im letzten Jahr kam ich so mehr und mehr von den kontrastreichen und fülligen Designs weg hin zu einer leichteren Variante mit weniger Farben und klareren Strukturen. In den folgenden Screenshots ist das ganz gut zu sehen, wobei sich ganz rechts der aktuellste befindet:
Ein weiteres Merkmal sind wohl Thumbnails. Hatte man früher oftmals noch Vorschaubildchen in den verschiedensten Abmessungen, so werden sie im Netz (Flickr sei dank?) immer mehr quadratisch und besitzen oftmals gar keine Umrandung mehr oder sonst eine aufwändigere Kennzeichnung. Zu sehen ist einfach ein Ausschnitt des puren Bildes ohne großen Schnickschnack.
Auf mworkz.net habe ich das ebenfalls in der Richtung angepasst. So lassen sich mehr Bilder enger zusammen bringen und den Besucher erwartet ein vertrautes Bild, das er schon von anderen Stellen aus dem Internet kennt. So findet er sich schneller zurecht und wie wir wissen, mögen Menschen vertraute Dinge und finden sie gleich angenehmer und sympathischer.
Das Design der Seite ist nun wesentlich heller als vorher und so habe ich auch Anpassungen an der Lightbox vorgenommen. Klickte man bisher auf ein Thumbnail, so wurde die Seite abgedunkelt und das Bild geöffnet, wobei es mit einem weißen Rahmen umgeben war. Auch wenn das keine große Sache ist, so lenkte der Effekt doch stark ab. Nun wird die Seite beim Öffnen eines Bildes nicht abgedunkelt, sondern mit weiß aufgehellt. Das passt besser zum restlichen Design und gleichzeitig hebt sich der weiße Rahmen um das Bild nicht mehr so ab. Dadurch landet der Fokus des Betrachters noch schneller und angenehmer auf dem eigentlichen Content.
Soweit erstmal zu den neuesten Änderungen. Eigentlich wollte ich ja über frischen Content sprechen, bin aber mal wieder bei den Gedanken über den Gedanken gelandet. Echte Neuigkeiten gibts dann in den nächsten Tagen wieder :)







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