Welcher Anbieter bekommt meine Mails?

Die Antwort darauf kennt natürlich nur der Versender, doch noch jemand anderem vertraue ich meine Mails an: der Software oder der Dienst, mit dem ich sie verschicke. Im Zuge der MoDigiNet-Artikelreihe möchte ich Internet-Dienste unter die Lupe nehmen. Heute widme ich mich dem Thema Mails und möchte belegen, warum Googlemail (Gmail) der Dienst meiner Wahl ist.

Pro:

  • jede Menge Speicherplatz (ca.  7,5GB), obwohl ich nichts daran mache, wird es langsam aber stetig mehr…
  • weitgehend Werbefrei: keine Bannerwerbung, keine Zwangs-Newsletter, praktisch keine Spam-Mails; lediglich eine Zeile Adwords-Werbung über dem Posteingang, welche sich jedoch abstellen lässt
  • schnelle, praktische Weboberfläche: Darstellung und Anordnung ist anpassbar, über Googles Vorschläge hinaus sogar mit Browser-Erweiterungen, verschiedene „Skins“ für die Oberfläche sind als Bonbon ebenfalls verfügbar
  • kein vorgeschaltetes News-/Lifestyle-Portal
  • IMAP-Funktionalität: Falls ich meine Mails nicht über die Weboberfläche managen will, kann ich praktisch jeden Mailclient auf jedem System dazu nutzen, die Mails direkt online zu bearbeiten – so geht nichts verloren, ich muss nichts herunterladen und alles bleibt da, wo es hin soll
  • POP-Abfrage: beliebige andere Emailadressen ruft Gmail selbstständig per POP-Abfrage ab: so verschwinden sie in dem anderen Postfach und tauchen bei Gmail auf. Perfekt für Umsteiger
  • Zugang zu Googlewave: Jeder Gmail-Nutzer bekommt automatisch eine googlewave.com-Adresse und hat Zugriff auf das leistungsstarke Gruppenkommunikationswerkzeug

Kontra:

  • Nicht jeder mag Google
  • Gefahr der Ausnutzung von Google Monopolstellung
  • Google wird als Datenkrake bezeichnet; Beweise habe ich dafür aber noch keine gesehen

Googlemail im Vergleich:

Dieser Vergleich fällt recht einfach aus, was haben wir da für Konkurrenten? Wähle ich für meinen Internet-Zugang einen Anbieter, so bekomme ich von dem meist auch eine Emailadresse dazu. Die sollte ich aber nicht verwenden, denn wechsle ich irgendwann einmal den Anbieter (was heutzutage ja erfreulich einfach geht und immer wieder mal gemacht wird), so verliere ich auch die Adresse und somit den Zugang zu wichtiger Konversation.

Also ein Freemail-Anbieter, wobei ich die Gmail-Konkurrenten Web.de und gmx.de gleich in einen Topf stecken möchte, da beide dem Unternehmen United Internet AG angehören und sich im Grunde nichts nehmen: vorgeschaltete News- und Lifestyle-Seite mit tonnenweise Werbung, wesentlich weniger Speicher (GMX: 1GB, Web.de: 12MB!), haufenweise Zusatz-Services, die man nicht alle braucht, dafür aber versteckte Kostenfallen anbieten, bei GMX keine IMAP-Funktion, bei web.de kostenpflichtig. Zusammen genommen also weniger als zeitgemäß und enorm belastend durch Zwangs-Newsletter, Werbung und wiederkehrender Profilaktualisierung, damit die Werbung immer schön zugeschnitten bleibt.

Positiver schauen AOL und Yahoo aus der Wäsche, die ebenfalls zusätzliche Funktionen haben und sogar unbegrenzt viel Speicherplatz. Dafür gibt es jedoch auch hier (möglicherweise nervige) Portalseiten. Darüber hinaus dürfte Google unter dem Aspekt der Vernetzbarkeit unbestritten der Marktführer bleiben.

 Vernetzungs-Check:

Kostenlose und unbegrenzte IMAP-Funktionalität sagt eigentlich schon alles: dadurch kann ich jederzeit, von jedem Gerät oder System aus und mit jedem aktuellen Mailclient auf mein Postfach zugreifen und habe von überall her stets den aktuellsten Stand der Dinge vor Augen.

Durch die große Fülle an weiteren Google-Diensten (auf die ich dank des Google-Kontos zugreifen kann), lassen sich Kontaktdaten managen, aus Emails heraus Aufgaben generieren, Meetings ansetzen und Teilnehmer dazu einladen oder benachrichtigen und und und.

Auch der externe Zugriff auf Gmail – ob vom Desktop-Mailclient oder anderen Internet-Diensten oder gar dem Browser – ist ausgezeichnet. Für Google Chrome, Firefox oder Opera gibt es Erweiterungen, mit denen sich interessante Fundsachen aus dem Web direkt über den Gmail-Account versenden lassen. In Opera ist diese Funktion über den integrierten Mailclient sogar noch tiefer verwurzelt.

Oder aber über andere Webdienste, wie zum Beispiel iGoogle, netvibes oder feedly. Möchte ich dort angezeigte Inhalte per Googlemail weiterleiten, kostet mich das keine Umwege über ein Desktop-Programm, die Weboberfläche oder sonstiges – Gmail ist aufgrund seiner Popularität fast nahtlos in die Dienste integriert.

 Alternativen:

Die gibt es natürlich zu Hauf. Wichtig dabei: Gmail ist ein Freemail-Dienst, also dürfen die Konkurrenten nichts kosten und es wäre gut, wenn sie über ein gesichertes Standbein verfügen; Freenet oder Web.de zum Beispiel gibt es immerhin schon seit rund 10 Jahren.
Eine gute und relativ aktuelle Übersicht gibt es auf Netzwelt.de.



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