angespielt: Dead Space

Es gibt da ja so einige Gruselspiele, wie zum Beispiel Resident Evil, Doom 3 oder F.E.A.R., die wirklich unheimlich sind und einem schon einmal einen Schauer über den Rücken jagen können. Seltsam dabei, dass man die an nicht allzu vielen Fingern abzählen kann, vermutlich ist es wirklich nicht ganz einfach, die richtige Gänsehaut-Atmosphäre in einem Spiel umzusetzen.
Resident Evil habe ich leider noch nie so richtig gespielt, wohl aber F.E.A.R. und das hat mich doch mehrmals fast die Maus durch die Gegend schmeißen lassen, weil ich so erschrocken bin. Abseits davon schafft es das Spiel aber auch, ganz behutsam eine Schauerstimmung aufkommen zu lassen und richtig stille und unheimliche Momente zu etablieren. Etwas, dass zum Beispiel Doom 3 mit seinen forcierten Schock-Attacken völlig abgeht. Der Shooter von id Software beschränkt sich auf eine simple Story und bewährte Gruselmechanismen á la: Licht fällt aus, irgendwo schreit jemand, irgendwas grunzt bedrohlich, Licht geht wieder an, nichts passiert. Doch wehe, man öffnet die nächste Tür…

Dead Space macht das eigentlich so ähnlich. Wiederum spielt es in einem Sci-Fi-Weltraum Setting und bedient sich zahlreicher Elemente aus Filmen wie Alien oder Event Horizon. Aber hey, das macht es verdammt gut. Ruhige und verdammt gruselige Momente wie in F.E.A.R. gibt es dabei eher selten, denn Dead Space geht mehr in die Richtung Splatter-Horror und ist auch von dem Aspekt her an Erwachsene gerichtet (Abtrennen von Gliedmaßen, Audiomitschnitte, die eine Selbstverstümmelung dokumentieren).

Meine Freundin und ich haben es gemeinsam gespielt. Und wir mussten jedes Mal zwanghaft abbrechen, wenn es dabei zu spät wurde. Dabei fesselt nicht einmal so sehr die Story an den Bildschirm, denn die ist leicht nachvollziehbar und bietet wenig neues. Eher ist es das Zusammenspiel aus glänzender Grafik und ausserordentlich guter Soundkulisse. Es ist einfach nervenaufreibend, wenn man sich vorsichtig durch einen harmlos aussehenden aber vollkommen leeren Gang tastet und irgendwo hört, wie ein Schraubenschlüssel auf den Metallboden fällt, das von einem tiefen Schnauben begleitet wird.
Ebenfalls sehr gut gemacht ist das sogenannte HUD: um dem Spiel nicht die Atmosphäre zu rauben, gibt es keine Oberfläche zur Anzeige der Lebensenergie, wie man sie von anderen Spielen gewohnt ist. Stattdessen wird die noch vorhandene Energie durch eine Lichtsäule auf dem Rücken des Protagonisten angezeigt und auch sämtliche Menüs werden von der Spielfigur selbst direkt in seine Umgebung als Hologramm hinein projiziert. Ausgezeichnet!

Für alle, die sich gern gruseln und mit dem Sci-Fi-Setting etwas anfangen können, ist der Titel auf jeden Fall eine Empfehlung. Schon lange hatte ich nicht mehr so gute Unterhaltung auf hohem technischen Niveau wie durch Dead Space.



Eine Antwort zu „angespielt: Dead Space“

  1. Da kann ich Dir nur zustimmen. Wunderbar-gruselige Grafik mit fesselnder Musik begleitet von 18+ Splattereffekten. Das Teil macht richtig Spaß.

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