Trotz des neuen Add-Ons für EverQuest 2 ist irgendwie vorerst die Luft raus. So zumindest dachte ich ich in letzter Zeit immer mal. Nun habe ich wieder Bock, zu spielen und stelle fest, dass mein Account gesperrt ist. SOE hatte vergessen, mir per Email eine Zahlungsaufforderung zu schicken und aufgrund – natürlich – nicht erfolgter Zahlung den Account gesperrt. Bis das wieder läuft, kann ich mich noch ein bisschen ein paar Offline-Spielen widmen, die ich dank Sarahs „neuem“ Rechner (ein paar Hardware-Teile, die momentan in meinem PC stecken) ausprobieren kann.
Ein paar sind schon durch, doch da ich gerade dran saß, hier ein paar Notizen zu Sacred 2 – Fallen Angel.

The Good:
Die Technik ist fortschrittlich und die Grafik sieht sehr gut aus. Animiertes Gras, das auseinander federt, wenn Kreaturen hindurch laufen, Kleingetier wie Hasen und Frösche, die durch die Natur laufen und eine fast schon bestechende Detailtiefe für ein Hack’n’Slay-Spiel lassen Augentiere wie ich eines bin anerkennend nicken.
Gegnervielfalt ist groß geschrieben und gut umgesetzt. Von menschlichen bis tierischen und fantastischen Wesen ist alles vertreten und sehr hübsch designed. Wer dabei die etwas grobe Verbindung zwischen Fantasy und Technik nicht mag, wird einen leisen Beigeschmack verspüren.
Gut gemacht sind dagegen die spielbaren Charaktere selbst, die Vielfalt an Rüstungen und die Stimmen, mit denen sie sich bemerkbar machen. Da hört man oftmals Stimmen, die man aus dem TV zu kennen scheint. Ebenfalls lobend erwähnen muss man das Kartensystem. Die Minimap und die große Karte sind sehr gut gemacht und lassen (bis auf teilweise übereinander lappende Beschriftungen) nichts zu wünschen übrig.
The Bad:
Die Story. Obwohl, möglicherweise ist sie gar nicht so schlecht, ich kann mich nur nicht daran erinnern. Und genau da ist der Haken – die Laufwege sind zu weit, zwischen den wichtigen Punkten der Hauptquest gibt es eben jene niederschmetternde Menge an Nebenquests, die so die eigentliche Geschichte auseinander ziehen und oftmals leicht zusammenhanglos werden lässt. Dann ist da neben der Hauptquest noch ein weiterer Erzählstrang, den ich entdeckt habe – der sich jedoch ebenso endlos in die Länge zu ziehen scheint, so dass man wahrlich schwer folgen kann.
Verzichtet hat man – warum auch immer – auf Ladebildschirme. Das heißt nicht, dass im Spiel überhaupt nicht geladen wird, sondern vielmehr, dass man währenddessen (auf schwächeren Systemen schonmal länger) einfach nur einen schwarzen Bildschirm sieht. Unschön.
Nervig sind so einige Dinge, darunter auch die manchmal sehr fehlerhafte KI der Gegner (ach ja: Gegner gibt es zuhauf; reist man von einem Ort zum anderen, kriegt man aufgrund der Menge an getöteten Feinden schon mal locker ein ganzes Level zusammen. Das ist nicht positiv gemeint, sondern es sind einfach zu viele). Teilweise greifen sie an, verlieren dann kurz darauf das Interesse und gehen wieder weg. Ebenfalls sehr unschön: umherwandernde NPCs latschen einfach weiter, wenn man sie anspricht und ein Gespräch mit ihnen führt. Ist man mit der Unterredung fertig, kann man oftmals feststellen, dass sich das Gegenüber bereits am anderen Ende des Dorfes befindet und sich weiter um seinen Garten kümmert.
Der Garten – wie alles andere auch – dürfte dabei sehr farbenfroh gestaltet sein. Mir persönlich etwas zu farbenfroh: wenn ich mich mit einem bösen Charakter durch die Gegend schnetzele und mein Schattenritter dabei nach Blut grölt, passt es irgendwie nicht ganz dazu, dass dies in leuchtend grünem Gras passiert, das durchzogen ist, von plastik-türkisen Wasserläufen.
Wo wir schon beim Schattenritter sind: das dürfte der Charakter sein, der den meisten Spielern Spaß macht und stark an den Barbaren aus Diablo erinnert. Groß angekündigt wurde die Seraphim als neue Klasse – eine klar von Männern erschaffene Figur, die enorm viel Weiblichkeit ausstrahlt – bis hin zu den winzigen Pumps, mit denen sie sich durch die Gegend drischt; für mich ein totales No-Go.
The Ugly:
Bugs!!! Gott sei Dank keine Fehler im Bezug auf den Kopierschutz, wohl aber technischerseits im Spiel. Immer wieder fällt die Beleuchtung aus und man muss sich vorsichtig durch eine komplett dunkle Welt tasten, ehe wieder die Lichter angehen. Auch die Kollisionsabfrage ist oftmals nervig; kaum gerät das Reittier mit dem Kopf oder dem Bein in die Umgebung, bewegt es sich nicht mehr und man kann weder ab-, noch aufsteigen. Neustart nötig und Daumen drücken, dass das Tier nach dem Neustart nicht wieder irgendwo festhängt – was durchaus passieren kann.
Überhaupt nervig ist auch der Start des Spiels. Noch vor dem eigentlichen Spiel, den Herstellervideos und dem Hauptmenü, bekommt der Spieler einen Startbildschirm samt Konsole (!) präsentiert, der protokolliert, wie das Spiel gestartet wird. Das dauert (auf dem hiesigen Rechner) locker mal eine Minute, dann startet das Spiel und lädt behäbig das Hauptmenü.

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