Auf den Film aufmerksam geworden bin ich, weil es ein Film über ein Spiel sein sollte. Eines, das auch ich kenne – Archlord – ein Onlinerollenspiel.
Ich war neugierig, wie das Thema wohl mittlerweile von dem Medium Film dargestellt wird.

Jetzt habe ich den Film gesehen und stelle fest: es ist gar kein Film über das Spiel. Es ist ein Film über einen Menschen. Einen Menschen mit einem Problem – einer Form von Autismus.
Der Vater des Jungen sagt jedoch im Film:
„Das ist gar kein Problem. Zumindest nicht für Ben. Ben hat kein Problem, die anderen haben eines mit ihm. Ben muss nicht lernen, mit seinem Problem zurecht zu kommen, die anderen müssen es.“
Wie wahr.
Wie problematisch das Leben (nicht sein Zustand) für einen solchen Menschen sein kann, schildert der Film. In nüchternen, kalten Bildern über sein alltägliches Leben und das zweite, in dem er Schutz sucht und auch einen Weg findet, aus der Situation heraus.
Mit Hilfe eines anderen Menschen. Ich denke, der war nötig, um den Ausschlag zu geben. Hilfe ist manchmal nötig. Und manchmal sogar die Hilfe von jemandem, der dir objektiv gar nicht so nahe steht.

Der Film ist eine kleine Produktion, in Hollywood würde man das „Independent-Film“ nennen. Aber er ist professionell ausgeführt und gipfelt in einem emotionalen aber nicht aufgesetztem Finale.
Er versucht nicht, die Welt zu heilen, noch nicht einmal den Betroffenen selbst. Aber er versucht, aufmerksam zu machen auf die Welt und die Betroffenen.
Gesellschaftskritik, natürlich. Aber nicht, indem ich versuche, die Gesellschaft wachzurütteln, sondern, indem ich auf etwas ganz bestimmtes zeige und dann sage: „Was würdest du tun?“
Was würdest du tun? Was tust du?

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