Wie fremdes aktzeptierbar wird – die Macht der Sinne

Science-Fiction-Filme mit einem eigenen Konzept haben eine schwierige Aufgabe: sie müssen eine oftmals völlig fremde Welt als alltäglich und normal verkaufen.
Diese Welten sind mal mehr und mal weniger exotisch, aber oftmals ist es so, dass sie sich aus unserer Perspektive wirklich grundlegend fremd anfühlen. Was ja auch beabsichtigt ist, denn das macht den Reiz für den Zuschauer aus.

Filmen, denen es gelingt, ihre Welt als echt zu verkaufen müssen also in allen Details gut abgestimmt sein, damit die Illusion angenommen wird.

Ein irgendwie auch sehr exotischer Film ist „Immortel ad Vitam„. Der ist nun auch schon einige Jahre alt, ich weiß gar nicht mehr genau, wie ich einst auf ihn kam. Es muss wohl ein Trailer gewesen sein, der mich auf ihn aufmerksam und sofort fasziniert hat.
Ich hab damals auch einen Blogbeitrag drüber geschrieben, finde ihn aber nicht mehr – es muss also noch auf Blog.de gewesen sein.

Worauf ich aber eigentlich hinaus wollte ist: wie sich das Gefühl, das man hat, die Ansichten und Einstellungen ändern können, wenn man anders beeinflusst wird.

Über den Film oben bin ich auf einen Musiker aufmerksam geworden, dessen Musik im Film vorkommt und der auch auf dem Soundtrack zu finden ist – Sigur Rós. Ein recht außergewöhnlicher, isländischer Künstler mit noch außergewöhnlicherer Musik.
Eine lange Zeit vergessen, höre ich ihn nun wieder und habe auch das einst erste Lied aus dem Film wieder ausgegraben. Bei Youtube. Dort sind unter „Hjartað Hamast“ Filmszenen aus „Immortel ad vitam“ gelegt. Nicht besonders gut, um ehrlich zu sein, aber es gibt ein Wiedersehen mit der Welt von Paris im Jahr 2095.

Und jetzt erst spüre ich wieder, wie extrem fremd und abnorm diese Welt ist. Wie selbstverständlich sie für die Kreaturen sein muss, die in ihr leben und wie unverständlicher sie für jemanden ist, der 87 Jahre vorher lebt.
Gefangen im Rausch des Films wäre mir das vermutlich nicht aufgefallen, aber so separiert und herausgestellt ist es doch verblüffend, wenn man spürt, wie die Mechaniken des Filmes normalerweise greifen und den Zuschauer mitnehmen in eine fremde Welt, die er auf andere Art und Weise niemals aktzeptieren würde.



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