Tragisches Schicksal: Autobahntrümmer tötet Frau

Heute morgen bin ich völlig ohne Idee für einen frischen Blogeintrag aufgewacht. Die Auszeit über Ostern hatte ich extra genutzt, um meine Gedanken mal nur in eine Richtung zu fokussieren und sie nicht so ziellos durch die Gegend schweifen zu lassen.

Das Thema schließlich lieferten die Nachrichten. Und ich finde es mal wieder bezeichnend, welcher Art diese Nachrichten sind.
Ebenfalls im Zusammenhang mit Ostern schreibt die Mittelbayerische Zeitung: “ Klotz auf Autobahn geworfen, Mutter stirbt vor Augen ihrer Kinder„. Eine herbe Schlagzeile und „ebenfalls im Zusammenhang mit Oster“ weil die Familie gerade auf dem Heimweg von ihren Osterferien war. Der Holzklotz war gar nicht mal so groß und gar nicht mal so schwer, aber er reichte aus, binnen Sekunden das Leben von vier Menschen zu zerstören.
Ich kann gar nicht sagen, wie traurig mich das macht und zu beschreiben, wie es den Betroffenen gehen muss, fehlen mir ebenfalls die Worte. Schlimmer gemacht noch durch die Tatsache, dass der Täter nicht gefasst ist. Die Polizei spricht zwar von „guten Chancen“, weil an dem Abend soviele Leute wegen Osterfeuern unterwegs waren, aber für mich bedeuten die vielen Leute auch eine gute Chance zum Untertauchen und nicht-beachtet-werden.

Wie dem auch sei, ist der erste Schock überwunden fragt man (ich) sich: „Warum?“
Schon immer war genau solch ein Vorfall für mich der Grund, das Schicksal in Frage zu stellen. Was ist das Schicksal? Etwas, das eintreten wird und wir nicht verhindern können. Okay, meinetwegen, auch wenn ich nicht dafür bin. Aber das impliziert auch, dass eine höhere Macht unsere Bestimmung vorausplant und wir uns nicht dagegen wehren können. Das geht mir noch mehr gegen den Strich, aber gut. Jetzt allerdings die wichtige Frage: Warum erwischt es die junge Frau? Warum verfehlt der Klotz nicht das Auto haarscharf oder warum trifft er nicht das Auto eines alten Menschen? Warum schlägt der Tod in eine komplette Familie ein, statt in das zerüttet monotone Leben eines 50jährigen LKW-Fahrers.

Nur, dass das klar ist, ich mache hier keine Hierarchie auf und wünsche bei alle, was heilig ist, niemanden so ein schreckliches Unglück. Und schon gar nicht würde ich es einem mehr wünschen als einem anderen.
Aber wenn man über das Schicksal redet, redet man auch über solche Gegensätze. Solche, die sich jeglicher Logik entbehren und wo man anfängt, die Geschehnisse einer höheren Macht zuzuordnen. Die Antwort auf die Frage: „Warum der und nicht der?“ blieb mir lange Zeit ein Rätsel, bis ich mit Hilfe eines Freundes darauf kam: allein die Frage zu stellen, ist falsch. Diese Frage gibt es nur aufgrund unseres Moralempfindens, unserer Unterscheidung zwischen Gut und Böse. Zufälle jedoch sind gänzlich frei von diesen Dingen und das ist auch der Grund, mich gegen das Wort „Schicksal“ zu wehren. Für mich hat das wort eine Implikation von Wertung, wo keine ist.

Und solange wir noch keine Weltformel haben oder die Chaostheorie volltändig entwickelt und verstanden haben, solange bleibt das Schicksal ein Zufall. Der Grund, warum etwas genau so passiert, ist uns verborgen. Es passiert einfach.



Hinterlasse einen Kommentar