Gewalt an Kindern ist grausam. Schlimm daran ist, dass manche Gewaltakte gegen ihre Kinder gar nicht als solche von den Eltern empfunden werden. Ganz an erster Stelle: die Namensgebung des eigenen Sprosses.
Ich hab da selbst keine Erfahrung, aber ich kann mir schon vorstellen, dass dies ein schwieriges Thema ist für die, die es betrifft. Am schwierigsten vermutlich für die Kinder selbst.
Bei Spiegel-online.de bin ich jetzt über eine Liste mit den ungewöhnlichsten Namen gestoßen und da sind wirklich derbe Dinger dabei…
Besonders einfallsreich scheinen die Amerikaner zu sein – da tauchen schon mal Vornamen wie „Abcd“, „Anythin“ oder „Female“ auf. Deutsche scheinen da schon eher einen Hang zu „altvertrautem“ zu haben. Oder zumindest soll es so klingen, denn heraus kommen dann Namen wie „Bärlind“, „Christfried Dankwart“ oder „Donnertrud“.
Richtig gemein wird es dann, wenn die Eltern der Meinung sind, es muss ausgefallen sein und nicht alltäglich – so heißen die Kinder von Uwe Ochsenknecht „Jimi Blue Ochsenknecht“ und „Cheyenne Savannah Ochsenknecht“, das Kind von Frank Zappa heißt „Diva Thin Muffin Pigeen Zappa“, die Tochter von Bob Geldof „Fifi Trixibelle“ und der gemeinsame Sohn von Heidi Klum und Seal „Henry Günther Ademola Dashtu Samuel“. Zumindest der letzte hat ein paar schöne Namen, aber doch bitte nicht in Kombination – da kann ja „Lennox Tattanka-Tattonka“ fast schon nicht mehr mithalten. Aber offensichtlich stehen ausgefallene Menschen auf ausgefallene Namen. Die Tochter des Okkultisten Aleister Crowley hört auf den eingängigen Namen „Nuit Ma Ahathoor Hecate Sappho Jezebel Lilith“.
Andere Eltern scheinen einen tödlichen Sinn für Humor zu haben. Anders sind Vornamen wie „Pepsi Carola“, „Perfekto“, „Pilot Inspektor“, „Praline“, „Racer“ oder „Speck Wildhorse“ kaum zu erklären.
Dann gibt es noch den Fall, in dem man nicht nur über den Namen schmunzeln kann, sondern sich auch fragen muss, was denn wohl dahinter steckt. „Scout“, „Spatula“, „Telsche“ aber auch „Chrysler“, „Usnavy“ und „Eben-Lake“ lassen nur sehr schwierig Rückschlüsse auf das Geschlecht des Namensträgers zu.
Natürlich gibt es auch da ein Extrem auf der anderen Seite: bei „Hitler“, „Cinderella“, „Merlin“ und „Odin“ sowie „Sturmhild“ und „Winnetou“ dürfte klar sein, mit wem man rechnen muss, wenn man auf ihn treffen sollte.

P.S.: Sicher wisst ihr ja alle, wo ihr geboren seid, aber wisst ihr auch, wo ihr gezeugt wurdet? Spiegel-Leser Herr und Frau Wiesner nannten ihre Tochter „Lovina“ (nach dem balinesischen Badeort) – ich kann mir nicht vorstellen, dass diese Entscheidung auf den Namen fiel, weil die Aussicht vom Hotel so schön war ;)

Hinterlasse einen Kommentar