Das letzte mal hatte ich dieses Gefühl erst vor ein paar Tagen – als Polaroid verlauten ließ, ab sofort keine Sofortbild-Filme mehr herzustellen. Das einzige mal davor hatte ich das Gefühl, als Kodak verlauten ließ, keine Kleinbildfilme mehr herzustellen. Beide Male ging eine Ära zu Ende – beide Male haben die Gründer einer großen Sache diese auch beendet.
Ähnlich ist es nun mit dem Brockhaus. Um die gedruckte Ausgabe ist es wohl schon seit längerem nicht allzu gut bestimmt und nun zieht der Mannheimer Verlag die Konsequenzen und bringt die Enzyklopädie online.
Holoch bestätigte, dass der volle Umfang der 30-bändigen Brockhaus-Enzyklopädie ab Mitte April kostenlos online stehen soll. Darin enthalten sind Artikel zu insgesamt 300.000 Stichwörtern, zusätzlich sollen auch verschiedene Multimedia-Inhalte online verfügbar gemacht werden.
Damit reagieren sie natürlich auf einen Trend, den die freie Wikipedia-Enzyklopädie schon vorgegeben hat und dem der Verlag sogar selbst schon gefolgt ist – mit dem Meyers Lexikon, das ebenfalls online erreichbar ist – und an dem sogar mitgeschrieben werden darf.
Ich bin gespannt, wie dem bisherigen renommierten Wissensgiganten der Umzug ins Internet gelingt, bin mir aber recht sicher, dass er Zuspruch finden wird.
Auf jeden Fall ist es meiner Meinung nach ein Schritt in die richtige Richtung: Wissen ist für alle da, sollte von allen genutzt werden und in möglichst großer Bandbreite zur Verfügung stehen. Das bringt das Internet selbst sogar wieder ein wenig seinem Grundgedanken näher.

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