ausgeguckt: The Fountain

Kam der Film eigentlich im Kino?
Weiß ich gar nicht. Wert wäre er es mit Sicherheit gewesen. Und ist es noch.

Es muss Mut gekostet haben, diesen Film zu machen. Nicht nur von Seiten der Produzenten und des Regisseurs. Auch von Seiten der Schauspieler. Ich bin neugierig, wie das Drehbuch ist, bin mir aber auch sicher, dass es besondere Gründe geben muss, warum ein Schauspieler dafür zusagt.
Denn der Film ist visionär, mythisch, fantastisch und schwer zu entschlüsseln.

Ich habe mal über Filme geschrieben, die sich selbst verschlüsseln und davor verweigern, allzu leicht verstanden zu werden. Das kann frustrieren, aber es kann auch – wenn er gut gemacht ist – zum Nachdenken anregen und eine tiefe, innere Sehnsucht danach wecken, das gesehene zu verstehen. „Donnie Darko“ war zum Beispiel ein Film der sich absichtlich gegen das Verständnis durch den Zuschauer stellt. Jede Theorie zur Lösung durchkreuzt er fast so geschickt wie David Lynch in seinen „schwierigeren“ Werken.
In die einfachere Kategorie fällt wohl „Stay„, den ich auch sehr gemocht habe. Den ich im Nachhinein verstanden habe und der mich genau dadurch verblüfft hat – durch sein rätselhaftes aber faszinierendes Auftreten und dadurch, dass er zu verstehen ist, wenn man nur ein wenig mehr nachdenkt.

The Fountain“ liegt irgendwo dazwischen.
Durch seine Bildgewaltigkeit schmeichelt er dem Auge des Betrachters. Doch mehr noch als das, sind seine Bilder zugleich malerisch und symbolisch. Und viele dieser Symbole werden im Film nicht aufgelöst – oder nur versteckt. Was er verweigert: das umfassende Verständnis am Ende des Filmes. Natürlich, dass es kein „Hollywood-Ende“ gibt, dafür kann man den Machern nur dankbar sein, aber es wird dem Betrachter doch zu einem guten Stück selbst überlassen, die Teile zu einem Ganzen zusammen zu fügen.

Die Handlung möchte ich hier nicht extra noch erklären, das ist an anderer Stelle oft genug geschehen. Ich empfehle jedoch, es zu lesen. Vielleicht sogar die Beschreibung der Handlung auf Wikipedia. Nein, nicht! Nein, nicht die auf Wikipedia – die verrät zuviel. Sie verknüpft die fast schon intimen Geschichten des Filmes mit leuchtenden Fäden, um ein ganzes daraus zu weben.
Das sollte jeder selbst tun.
Geht das Wagnis ein, genießt den Film, wie ich es tat und lasst euch fallen in ein Netz aus Rätseln, aus Bilderrätseln und Melodiegefühlen. Und wenn man genau aufpasst, kann man den Film wirken spüren.
Dafür ist er gemacht.

Hm, ich hab gerade selbst den Trailer gesehen und jetzt verstanden, warum der Film in drei Zeiten spielt und wie sie zusammen hängen. Möglicherweise verrät das einen wichtigen Clou der Geschichte, aber ich lasse ihn mal trotzdem da stehen und baue darauf, dass man es sich nicht sofort erschließen kann, wenn man den Film selbst nicht kennt.



2 Antworten zu „ausgeguckt: The Fountain“

  1. Ich hab ihn auch gesehen, nicht weil er mich so vom Sujet angesprochen hatte sondern weil er von einem Regiseur stammt, der einen anderen, weitaus wichtigeren Film hingelegt hatte, der mich bis heute derartig im Bann hält, dass ich sehen wollte, was er da gemacht hatte. Gefallen hat er mir, besonders beeindruckt…nö. Schnickschnack im Vergleich zu

    http://de.wikipedia.org/wiki/Requiem_for_a_Dream

    Das ist ein Film, den du nie vergisst. Wirklich NIE.

  2. Von deinem vorgeschlagenen Film habe ich schon gehört. Danke für den Hinweis, er rückt damit auf der „Anschauen“-Liste noch ein Stückchen nach oben ;)

    Beeindruckt… weiß nicht, ob das zuviel gesagt ist, denn das Wort habe ich auch gar nicht im Text verwendet. Eindrucksvoll fand‘ ich ihn dennoch – aber hauptsächlich, wie beschrieben, auf einer Metaebene.
    Was der Film die beteiligten kostet, was der Film im Kopf auslöst und wie er das erreicht, weißt du?

    Danke fürs „Vorbeischreiben“ ;)

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