Landtagswahlen 2008 in Niedersachsen: im Westen wenig Neues

Seit ich hier lebe habe ich festgestellt, Niedersachsen ist eines der konservativsten Bundesländer nach Bayern. Hier kommen vielleicht nicht die verrücktesten politischen Ideen her, aber wenn eine aus Bayern kommen sollte, ist Niedersachsen bestimmt das erste Land, das diese Ideen gut findet.

Und daher sind die Ergebnisse der Landtagswahlen vom 27. Januar auch nicht sonderlich überraschend.
Die CDU geht mit Christian Wulff – den ich bestimmt nicht gewählt habe ;) – weiter mit der CDU in Führung und der FDP (3. Platz) in eine Koalition.
Die SPD sitzt weiterhin zwischen diesen beiden Stühlen und ist auf gute Versprechen angewiesen. Wie zum Beispiel, den Erlass über die Studiengebühren an den Hochschulen nochmal zu überprüfen und gegebenenfalls rückgängig zu machen.

Aber nicht mit den Niedersachsen, die bleiben lieber bei dem, was sie haben.
Nun gut, es gibt auch Aureißer und überraschenderweise ist Göttingen diesmal einer. Göttingen ist stets hin und hergerissen zwischen guter alter Tradition und guten neuen Alternativen. Ich schiebe das einfach mal auf das ausgeprägte Bildungsbürgertum dieser Stadt, das sich politische Ereignisse sehr genau anschaut und gerne auch mal gegen den Strom schwimmt.

Und so liegt hier die SPD (28,9%) ganz knapp vor der CDU (28,5%), danach die Grünen, die FDP und dann erst die Linke. Gleich nach der Linken jedoch sitzt die NPD mit immerhin 0,6% – Das macht bei einer Wahlbeteiligung von etwas mehr als 67.000 Wählern (Göttingen Stadt) noch ganze 403 Wähler, die die NPD gewählt haben.
Das ist interessant und auch schon immer zu spüren gewesen: hier, wo sich die politischen Lager treffen und auf viel Interesse stoßen, ist auch die rechte Fraktion stark vertreten und kann sich Gehör verschaffen.
Nicht genug jedoch und das ist auch ganz gut so. Denn egal wie stark das öffentliche Interesse dafür ist, bisher war es immer noch stärker dagegen.

P.S. anschaulich und übersichtlich: der Wahlmonitor des NDR.



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