Winterzeit ist für mich auch irgendwie immer Orangenzeit.
Warum? Weiß ich selber nicht so genau, aber ich erinnere mich daran, wie es bei uns zuhause immer in den Herbst- und Wintermonaten Orangen gab; zum Kaffeetrinken, geschält von der Mutter… Jammi.
Aber ist das nicht irgendwie absurd? Klar gibt es das ganze Jahr über Orangen zu kaufen, aber eben in den kalten Monaten sind sie am billigsten. Vermutlich, weil sie
aus Ländern kommen, in denen es dann am wärmsten ist. Und genau das ist es: Es ist immer noch billiger, Lebensmittel aus exotisch weit entfernten Ländern zu importieren und hier zu verkaufen, als einfach mal zu warten und das eigene Saisonobst zu vermarkten, dass dann zwar nicht gleich zu haben ist, aber für weniger Energiekosten besorgt werden kann.![]()
Denn auch dies ist ein Faktor, der die Welt in eine Richtung bringt, die zufälligerweise Spiralförmig nach unten verläuft: durch die zunehmende Globalisierung sind wir es gewohnt, Produkte zu kaufen, die völlig Saisonungebunden sind und jederzeit von irgendeinem Flecken der Erde beschafft werden können. Get what you want when you want. Und das kostet selbstverständlich eine Menge mehr Energie als die Rohstoffe zu nutzen, die in unserer unmittelbaren Erreichbarkeit liegen.
Aber bevor wir unsere Bequemlichkeit aufgeben, sehen wir lieber noch ein Weilchen dabei zu, wie der Kahn ganz ganz langsam zur Seite kippt….

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