Es gibt ja Spiele, die basieren auf Filmen, Comics, Büchern oder Ideen. Penumbra ist ein Spiel, das auf einer Engine basiert. Es gab also zuerst die Technik und dann das Spiel. Diese Tatsache alleine klingt nicht unbedingt erfolgsverheißend. Penumbra jedoch weiß das durchaus zu widerlegen, wenngleich es nichts präsentiert, was es nicht auch schonmal woanders gab.
Das besondere ist der Grafik- und Physikmotor, der in dem Spiel werkelt. Grafisch zwar nichts weltbewegendes, weiß es aufwändige Effekte (zB. HDR-Rendering) sinnvoll einzusetzen. Interessant und fast gelungen jedoch ist die Steuerung, denn basierend auf einer realistischen Physikengine, benutzt man die Gegenstände und Einrichtungen im Spiel tatsächlich so, dass man sie anfässt. Schubladen werden mit der Maus aufgezogen, Türen geöffnet oder Steine auf die Seite gerollt. Das ist auf jeden Fall ein großes Plus für die Atmosphäre und funktioniert größtenteils sehr gut.
Ohnehin schon recht düster und gruselig, sorgt diese Steuerungsart dafür, dass man sich herrlisch schaudert, wenn man mit hocherhobener Laterne durch eine finstere Miene streift und das Licht höchst realistisch die Umgebung erhellt, je nachdem wie man die Laterne hält. Auch war es schon lange nicht mehr so gruselig, eine verschlossene Tür zu öffnen. Dadurch, dass sich die Tür nur so weit öffnet, wie ich meine Maus schiebe, kann ich durch den kleinen Türspalt in die dahinter liegende Düsternis spähen, noch bevor ich sie ganz öffne. Überraschungen wie bei Doom 3 erlebt man dabei aber Gott sei dank fast nie, denn das wäre mit Sicherheit eine Zerreißprobe für die Nerven der Spieler.

Überhaupt sind Schockmomente nicht übertrieben eingesetzt und Monster kommen relativ selten vor. Was auch gut ist, denn so schön die Steuerung sein mag, im Kampf versagt sie leider völlig. Das hat damit zu tun, dass sie u.U. zu spät reagiert und man kurze Zeit benebelt ist, wenn man von einem Gegner gerammt wird. Das sorgt für einen kleinen Frustfaktor.
Der nächste kleine Frustfaktor ist das Ende. Eigentlich ist schon von Beginn an klar, dass man ein offenes Ende zu erwarten hat, denn der Titel: Penumbra – Im Halbschatten: Episode 1 suggeriert es bereits. Doch tatsächlich will man dann am Ende unbedingt wissen, wie es weiter geht, auch wenn die Geschichte den Spieler nicht gerade vom Hocker reißt.

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