Zufriedenheit

Früher oder später stellt sich fast jeder junge Mensch die Frage nach seiner Zukunft. Nur wenige tun das nicht und das sind praktisch ausnahmslos jene, die sich auch sonst nie etwas fragen. Aber das ist eine andere Geschichte.

Die Türen stehen mitunter weit offen für jene, die in ihr berufliches, in ihr „erwachsenes“ Leben starten und die Frage: „Was soll ich tun?“ beherrscht das Denken jener. Eine Antwort ist immer dabei: das, wofür ich brenne, was ich liebe, was mir Spaß macht. Kann man das erreichen, ist das meiner Meinung nach eine, vielleicht die wichtigste, Definition von Zufriedenheit.

Gestern hab ich zufriedene Menschen getroffen. Die Besitzer des alten Wirtshauses zu Bornhagen, die gleichzeitig die Vorsitzenden des Bornhagener Heimatvereines sind. Sie kamen von einer Art Ritterfest, ausgelassen singend und grölend, die Menschen veralbernd und in Gewänder gekleidet den Menschen einen schönen Tag wünschend.

Ich habe mich mit dem Chef unterhalten, der sich einer mittelhochdeutschen Redekunst bediente und es war ihm fast überdeutlich anzuspüren, dass er genau das lebte, was ihm im Herzen lag. Sein größter Wunsch ist es, sagte er, die Zeit zurück drehen zu können und einmal hineinzuschauen in die Zeit vor 400 oder 500 Jahren. Das kann wohl niemand, sagte ich, aber ich beglückwünschte ihn stattdessen: mit seinem Leben und den Realität gewordenen Zeugnissen seines Schaffens ist er der Vergangenheit so nahe gekommen, wie es ihm möglich sein dürfte.



Hinterlasse einen Kommentar