Heute morgen saß ich im Zug. Schräg vor mir zwei Mädchen, die sich unterhielten. Natürlich hörte ich zu. Jeder, der behauptet, wegzuhören wenn er allein im Zug sitzt und in der Nähe sich jemand unterhält, belügt höchstwahrscheinlich sich selbst.
Sie unterhielten sich über das Abitur, das Ende der Schulzeit und über ein kommendes Studium. Die Angst über die kommende Zukunft konnte ich ganz deutlich ihren Worten entnehmen. Wohin werden sie gehen? Werden sie jemanden dort kennen oder kennenlernen? Wo wohnen? Wie bezahlen? Was überhaupt studieren? Diese und tausend weitere Fragen zogen sie hinter sich her, wie eine Schleppe, die ihnen den Atem raubt, wenn sie es zuließen.
Und mit einem Mal wurde mir klar, dass ich mir da selbst zusehe. Dass ich genau dasselbe einmal gedacht, gefühlt und gefürchtet habe. Diese Ungewissheit, die man spürt, wenn man das geregelte Leben verlässt, das den großteil der bisherigen Zeit ausgemacht hat. Das auf-sich-allein-gestellt-sein. Die eigene Verantwortung, das eigene Geld, das oft nichtmal das eigene ist.
Sogar der Verlust der Freunde. Kindern fällt es so viel einfacher, Freunde zu finden als uns Erwachsenen.
Sie werden ihren Weg gehen. Natürlich werden sie es, denn es bleibt ihnen keine andere Wahl. Aber ihre Fragen werden bleiben. Ich stelle sie mir noch immer. Ich weiß nicht, ob es allen so geht wie mir, die in einer ähnlichen Situation sind, aber ich kenne einige.
Warum ist das so? Warum muss ich als lernender, heranwachsender Mensch, der seinen Platz im Leben finden will, soviel Angst um meine Zukunft haben?


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