Telefonnummern konnte ich mir noch nie merken. Ich kenne nicht einmal meine eigenen auswendig. Fast alle Nummern hab ich in meinem Handy. Sollte das mal weg sein…. ;)
Ich denke allerdings, dass ich sie in meinem Handy habe, weil ich sie mir nicht merken kann. Es gibt aber auch Menschen, die sie in ihrem Handy haben, damit sie sich die nicht merken müssen. Aber ich spüre das auch bei mir selbst. Früher kannte ich die ganzen Postleitzahlen der Orte auswendig, an denen meine Verwandten wohnten. Oder die Adressen all jener, denen ich oft Briefe schrieb. Aber wenn heute etwas neues dazu kommt, dann setze ich mich gar nicht erst hin und lerne es, sondern schreibe es irgendwo auf…
Die Telefonnummer der Freunde sind im Handy gespeichert. Den Weg zum Urlaubsziel zeigt das Navigationssystem. Der Termin für den Kinobesuch ist im persönlichen digitalen Assistenten eingetragen. Nachdenken und Gedächtnisarbeit nehmen viele kleine digitale Helferlein ab – und sorgen damit für ein Problem: Wir werden vergesslich. „Digitale Demenz“ nennen koreanische Wissenschaftler dieses Phänomen. In dem aufstrebenden, technisierten Land haben sie festgestellt, dass besonders jüngere Menschen, die mit dem Computer aufwachsen, Probleme haben, sich Dinge länger merken zu können.(Quelle)
Tatsächlich ist es so, dass mir ein Nutzer eines Navigationsgerätes berichtete, er fände ohne das Ding kaum noch einen Ort. Selbst die, an denen er schon ein Mal gewesen ist, findet er nicht mehr ohne.
Was ist mit Wissen? Ich schlage einen Begriff z.B. bei Wikipedia nach und weiß, was gemeint ist. Aber was, wenn ich Tage später wieder wissen muss, was gemeint war? Das kann jeder mal ausprobieren: dieser Link führt euch zu einem zufälligen Artikel auf wikipedia.de. Lest ihn und stellt euch eine Woche später die Frage, was es gewesen ist und worum es ging. Wenn ihr es noch wisst, herzlichen Glückwunsch. Dann seid ihr vermutlich kein Koreaner ;)
Denn dort hat man bereits eine Vergesslichkeit bei Menschen zwischen 20 und 30 beobachtet, die aufgrund der Informationsflut eintritt, mit der sie konfrontiert werden.Prof. Lee Dong-young vom Seoul National University Hospital meint, […]: „Aber in den meisten Fällen wird digitaler Alzheimer von einem Mangel an Aufmerksamkeit aufgrund der vielen Informationsquellen verursacht.“(Quelle)
Vor einigen Jahren, als das Internet gerade erst im Kommen war, hab ich irgendwo gelesen, das die Menge an Ionformationen größer und größer wird, das wir sie irgendwann nicht mehr bewältigen können und anders damit umgehen müssen. Wir müssen uns sehr genau überlegen, was wir wissen wollen und wie wir es finden. Denn gerät man erstmal in den Strom der Informationen, stumpft man aus Selbstschutz ab und wird hinweg gerissen.
Die Verblödung der Menschheit aufgrund ihres eigenen Fortschritts. Sowas schaffen auch nur wir, die intelligenteste Spezies auf diesem Planeten :D


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