Neulich saß ich einem Pärchen gegenüber. Er im Stuhl, hat erzählt und war voll bei der Sache. Sie kam von hinten angeschlendert, legte die Arme auf seine Schultern und stand hinter ihm.
Sie lauschte kurz dem Gespräch, schien aber nicht zuzuhören. Dann senkte sie ihren Kopf herunter zu dem ihres Freundes, schloß einen Hauch länger als ein Wimpernschlag die Augen und legte ihre Wange an seine.
Vielleicht hat er es gemerkt, wahrscheinlich nicht. Vielleicht hat sie es absichtlich gemacht, vielleicht nicht. Doch auch wenn die beiden es nicht gespürt haben, habe ich es ganz deutlich gespürt.
Und mir wurde klar, was fehlt, wenn niemand da ist.
Single sein ist toll. Wenig Verantwortung, man ist keinem Partner Rechenschaft schuldig, Freiheiten, Abwechslung.
Und doch fehlt etwas. Nicht unbedingt das körperliche, dem kann man abhelfen, ja, man kann es sich sogar abgewöhnen. Nicht der Streit und manchmal nicht einmal die kurze Zeit des Verliebt seins.
Aber die Nähe fehlt.
Eine Stimme, die einem antwortet. Eine Tür, die sich für einen öffnet, eine Schulter, die sich an einen anlehnt.
Oder eine Wange, die deine berührt. Vielleicht ist die Nähe das, was übrig bleibt, wenn die Hormone sich beruhigt haben. Vielleicht ist es das, woran beide sich wärmen.


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