Persönliche menschliche Schicksale. Das ist es, was seit jeher die Menschen am meisten bewegt. Natürlich haben das auch die machenden Köpfe in den Medien schon lange Zeit begriffen. Ich schaue zwar kaum fern, aber mir ist dennoch aufgefallen, daß dieses Thema erst in neueren Serien so richtig zum Tragen kommt. L.O.S.T. zum Beispiel widmet sich dem ganz intensiv, indem die Serie immer wieder Rückblenden einbaut, um die persönlichen Schicksale einzelner Verschollener näher zu beleuchten.
Im Moment schaue ich Folgen der Serie „The 4400 – Die Rückkehrer„. Sie startete als Miniserie mit 5 Folgen, die sich allerdings bewährt hat und nun mehrere Staffeln spendiert bekommen hat. Um ehrlich zu sein, haben mich die ersten 5 Folgen nicht übermässig begeistert. Alles hatte den Anschein einer Mysteryserie, vielleicht mit ein bisschen Akte X dabei. Die anschließende 2. Staffel aber konnte den Standard der ersten Folgen halten und ging sogar noch etwas behutsamer an die Charaktere heran. Entgegen der Vermutung, die aufkommen könnte, findet sich bei jeder neuen Folge nicht ein neues Schicksal eines einzelnen Rückkehrers, sondern es werden Handlungsstränge weitergesponnen. Verstärkt passiert das in der 3. Staffel. Und so werden immer wieder emotionale Höhepunkte platziert; mit einfachen Mitteln aber äußerst Wirkungsvoll: ein Zusammenschnitt der wichtigen Personen, dynamische Einstellungen, viele Close-Ups und unterlegt von einem sehr emotionalen Alternative-Titel. Ähnlich der Endsequenz von Donnie Darko.
Klar ist das durchschaubar und einfach. Aber es funktioniert. Und so sind meine Lieblingsfolgen bisher auch „Wer erschoß J.C.?“ (S02E06) und die Doppelfolge „Die neue Welt“ (S03E01+02). Solche Momente habe ich bei Serien bisher noch nicht erlebt und ich kann nur hoffen, daß die Macher dieses Niveau aufrecht erhalten können.


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