ausgespielt: Dead Space: Extraction

Dead Space habe ich damals auf dem PC gespielt und mich zusammen mit meiner Freundin herrlich gegruselt. Umso mehr freute mich die Meldung über eine „Fortsetzung“ namens Dead Space Extraction. Jene Freude wurde aber von den Informationen gedämpft, dass der Titel nict nur Wii-exklusiv, sondern auch als Rail-Shooter erscheinen würde.

Mittlerweile stellte die Wii nicht mehr die Hürde dar, übrig blieb nur noch die Abneigung gegen das Rail-Shooter-Konzept. Ungerechtfertigt natürlich, weil ich das vor DS:E noch gar nicht ausprobiert hatte. Rails-Shooter bedeutet, dass man sich „wie auf Schienen“ durch einen Level bewegt und lediglich auf Ziele schießen muss. Klingt wie ein sterbenslangweiliges Spielprinzip, das aus vergangenen Spielhallen-Äonen zu stammen scheint. Im Grunde ist es das auch, da hilft keine Schönfärberei. Entscheidend ist dabei aber auch, dass dieses Spielprinzip gut verpackt wird. Und das gelingt DS:E erstaunlich gut.

Manche sagen sogar, dass DS:E das bessere Dead Space ist und tatsächlich: im Gegensatz zum ersten Teil ist man bei DS:E nicht die ganze Zeit über allein unterwegs, sondern hat stets einen oder mehrere Begleiter. Damit hört DS:E auf die Zeichen der Zeit und erweitert das Gameplay um eine emotionale Komponente. Zwar erfährt man nicht über alle Charaktere so viel, wie man gern wüsste, aber es reicht, um der Geschichte mehr Tiefe zu geben.

Kennt man Dead Space nicht, erlebt man ein ordentliches Abenteuer, bei dem nicht allzu viele Fragen offen bleiben und alles logisch ineinander greift. Kennt man den ersten Teil der Reihe aber doch, so gewinnt man auch nicht unbedingt mehr Erkenntnisse durch DS:E. Lediglich der Wiedererkennungswert ist unterhaltsam, da man an den gleichen Orten unterwegs ist und auch einige Schauplätze wieder besuchen kann.

Trotz des simplen Gameplay-Auftrags, auf alles zu schießen, was sich nicht wie ein gewohnter Mensch artikuliert, kommt auch die Grusel-Komponente nicht allzu kurz. Im Gegenteil – durch das Rail-Shooter-Prinzip haben die Entwickler jederzeit unter Kontrolle, wohin der Spieler sieht und können Schock-Effekte und beklemmende Situation viel genauer inszenieren. Das macht das Spiel zu einem intensiven Erlebnis, das allerdings (gefühlt) viel zu kurz ist.



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